Das Nordseeheilbad Neuharlingersiel (W)gilt als Sprungbrett zur Insel Spiekeroog im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.
Wie in der Gegend üblich, gibt es hier auch ein Meerwasser-Hallenbad, falls sich, wie hierzulande gang und gäbe, das Meer wieder mal zurück gezogen hat, man aber trotzdem von Nordseewellen träumt und heute mal keine Wattwanderung zu unternehmen gedenkt.
Neben der üblichen touristischen Infrastruktur finden wir es besonders gemütlich im barocken Schlösschen Sielhof, wo man im Café sowohl drin als auch draußen auf der Terrasse seinen ostfriesischen Tee genießen kann.
Der Fischereihafen hat uns wegen seiner pittoresken Optik sehr gut gefallen. Wer nun glaubt, die Fischer haben die Buchstaben NEU auf Ihre Kutter deswegen gemalt, weil dies keine antiken Schiffe sind, irrt: NEU steht für den Hafen NEUharlingersiel.
Ein paar Eindrücke vom Touristenort finden Sie hier. Zum Strand geht es nur mit einer kostenpflichtigen Strandkarte.
Spiekeroog Obwohl das regnerische Wetter nicht zu einem Inselausflug einlädt, reisen wir mit der Fähre nach Spiekeroog. Man sollte sich rechtzeitig schlau machen, wann das Schiff abfährt (1 - 3 mal täglich), denn der Fahrplan ist gezeitenabhängig und die Abfahrt daher unregelmäßig. Hier die Gezeitentabelle.
Spiekeroog ist - selbst bei Regen, wie wir es erleben - wirklich einzigartig. Sanddorndickichte, Schwarzkieferngehölze, Zitterpappelhaine, Kiefern, Eichen, Erlen, Birken, das klingt nicht nach einer Nordseeinsel, doch es ist wahr:
Im Jahr 1860 pflanzten die Spiekerooger im Friederikental ihr erstes Wäldchen. Und seitdem hat sich diese Art von Inselbebauung mehr und mehr durchgesetzt, so dass der Inselbesucher staunend da steht und sagt "ich glaub, ich steh' im Wald".
Wälder schützen jedoch nicht vor Regen, und weil wir an diesem Augusttag 2006 einen Regentag mit heftigen Schauern erwischt haben,
"hüpfen" wir von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, immer einen Blick zum Himmel und den Wolken, damit wir nicht nass werden.
Umso größer die Freude, wenn die Sonne herauskommt und zwischen zwei Regenschauern einige Fotos zu machen zulässt.
Spiekeroog mag keine benzingetriebenen Kraftfahrzeuge, ja nicht einmal Fahräder sind auf der Insel erwünscht. Schusters Rappen sind angesagt, um sich fort zu bewegen.
Beim Bummeln über die Insel finden wir dies schöne Glasfenster in der Kark to Spiekeroog, die aus dem Jahr 1696 stammt, und diesen bemerkenswerten Friedhof, im Gedenken an die Ertrunkenen bei einem Schiffbruch 1854. In der oben genannten Kirche findet man gar seltsame Gemälde, unter anderem auch den Paulus, der mit zwei rechten Händen dargestellt ist.
Eine Inseltour macht hungrig. Daher genehmigen wir uns in einem der Gasthöfe ein frugales spätnachmittägliches Mahl.