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Ostfriesland 2006

dornumersiel

Mit dem Wohnmobil entlang der Nordseeküste

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Bremerhaven

Stellplatz an der Doppelschleuse
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Bremerhaven

Nördlicher Schlusspunkt unserer Reise ans Meer ist Bremerhaven (W). Zunächst stellen wir unser Hymer-Wohnmobil auf dem allseits bekannten und beliebten, aber abenteuerlich zu erreichenden "Stellplatz an der Doppelschleuse" ab. Wir wollen uns den Staub der Reise abduschen, doch wir kommen zu spät: Der Platzwart hat von 12 bis 15 Uhr Pause, die Sanitäranlagen sind elektronisch verriegelt. Selbst wenn wir hinein könnten, käme kein Warmwasser aus der Dusche, weil wir keine Duschmünzen haben, die beim Platzwart gekauft werden müssen. Wenigstens die Toilette kann kostenlos benutzt werden, sofern sich der Besucher (bei Bedarf) mit Toilettenpapier eingedeckt hat und der Code der Eingangstür bekannt ist. Aber wozu hat man denn ein Klo im Wohnmobil!

Ruhig ist der Platz nur insofern, als wenig Straßenverkehr Lärm ans Ohr bringt. Dafür ist der Schiffsverkehr umso lauter. Nicht, weil die Schiffe, die von der Weser zum Fischereihafen wollen, so extrem laute Motoren hätten. Sondern weil über die Doppelschleuse zwei Fahrbahnen führen, die weggeschoben bzw. weggehoben werden müssen, wenn Schiffe durchfahren wollen. Besonders die Fallbrücke wird - auch abends und nachts - geräuschvoll heruntergelassen.

Strom und Frischwasser erhält der Camper gegen Entgelt, Abwasser- und Toiletten-Entsorgung ist kostenlos.

Vom Stellplatz aus sieht man nur die oberen Teile der Schiffe, die durch die Doppelschleuse fahren, weil der Stellplatz in einer "Kuhle", an drei Seiten von Wällen umgeben, liegt. Um mehr vom Geschehen mit zu erleben, muß man sich schon auf die Straße "eine Etage" höher begeben. So sieht man nicht nur den Verkehr in der Doppelschleuse, sondern auch auf der hier sehr breiten Weser.

Insgesamt ist dieser Reisemobilstellplatz von der Lage und der Ausstattung her vorbildlich mit Optimierungsmöglichkeiten.

Sehenswürdigkeiten


Schon am Stellplatz an der Doppelschleuse können wir uns schlau machen, was Bremerhaven an Sehenswürdigkeiten bietet. Mit einem Terminal, dessen Seitenaufbau nicht gerade vor Schnelligkeit strotzt, kann man offenbar in einem Art Intranet-System sämtliche Sehenswürdigkeiten der Stadt "ansurfen". Ein ähnliches Terminal finden wir später an mehreren Stellen in der Stadt. Eine hervorragende Einrichtung. Dickes Lob! Wesentlich besser als nur eine Tafel mit eiem Stadtplan. An der Schnelligkeit muß allerdings noch gefeilt werden, sonst läuft man Gefahr, dass weniger geduldige Zeitgenossen sich schnell vom Acker machen. Ganz toll: Mit einer integrierten Kamera kann man, einige Geduld vorausgesetzt, von seinem Konterfei ein Foto anfertigen (kostenlos!) und dieses an seine Freunde per email verschicken. Und das klappt nach mehreren Anläufen! Wie ich später höre, wirkt mein Konterfei etwas verkrampft. Kein Wunder, wusste ich ja nicht, wann ich endlich mit dem Grinsen aufhören konnte, bis das Bild aufgenommen war...

Ein "360 Fullscreen QTVR Panorama" von der Doppelschleuse Bremerhaven zeigt die Anlage in allen Einzelheiten auf einer Stellwand und in natura. In diesem Zusammenhang ist auch die website "360 Grad Panoramen der Seestadt Bremerhaven" empfehlenswert.

Deutsches Schifffahrt-Museum


Nach einen strammen Marsch von der Doppelschleuse über die Mündung der Geeste hinweg erreichen wir das Deutsche Schiffahrt-Museum, das auch gerne noch mit 2 statt 3 "f"s geschrieben wird. Das Museum präsentiert sich in einem parkähnlichen Gelände mit den maritimen Großobjekten an Land und zehn Oldtimern der Museumsflotte. Den "Alten Hafen" gibt es schon seit 1830. Die Bark SEUTE DEERN bildet seit 1966 den Kern des Museums. Vom Einbaum bis zum atomgetriebenen Schiff - im Deutschen Schifffahrtsmuseum erfahren wir alles über Schiffsbau und die Geschichte der deutschen Seefahrt.

Hier bekommen wir auch das U-Boot WILHELM BAUER zu sehen, das nach dem ersten deutschen U-Boot-Konstrukteur benannt ist und der wie wir aus Dillingen an der Donau stammt.

Hier eine Luftaufnahme der Freianlage des Schiffahrtmuseums.

Deutsches Auswandererhaus


Zwischen den Museen holen wir uns beim Chinesen im naheliegenden Columbus-Center ein paar Kalorien, um dann das Deutsche Auswandererhaus, eine Perle der Museumskultur mit state-of-the-art Darstellung des Themas "Auswanderung". Die Macher des Auswandererhauses setzen gezielt auf den Spieltrieb des Besuchers und treffen damit voll ins Schwarze. Wir sind begeistert, auf der Suche nach der Geschichte und den Gefühlen, den Beweggründen und den Hoffnungen der Auswanderer aktiv mitzuwirken. Das Auswandererhaus nennt sich mit Fug und Recht "Erlebnismuseum". Man sollte sich mindestens zwei Stunden dafür reservieren!

Von der Fertigstellung des 'Bremer Hafens' im Jahr 1830 bis in die 60er Jahre es letzten Jahrhunderts war die Stadt Ausschiffungsplatz für mehr als sieben Millionen europäische Emigranten in die "Neue Welt". Die meisten Menschen wanderten in die USA aus.

Bremerhaven war somit nicht nur der Hafen, über den die meisten Deutschen ihre Heimat nach Übersee verließen, sondern zur vorletzten Jahrhundertwende auch der bedeutendste Auswandererhafen auf dem europäischen Kontinent überhaupt!

So neu ist dieses Museum, dass der Besucher noch im August 2006 auf der Suche danach in die Irre läuft, wenn er den von der Stadt aufgestellten Wegweisern nach geht.

Schaufenster Fischereihafen


Mit dem Bus der Linie 511 (Haltestelle direkt auf der Brücke über die Geeste) fahren wir zum Fischereihafen. Man soll dort, wie die Werbung verspricht, "eine maritime Erlebniswelt rund um den Fisch und das Meer" finden. Daher wurde das Gelände "Schaufenster Fischereihafen" genannt und ist seitdem Tourismusmagnet.

Wir besichtigen das 150.000 l fassendes Meerwasseraquarium "Atlanticum", dessen audiovisuelle Eindrücke zwar gut gemacht sind, dessen technischen Geräte allerdings einer laufenden Wartung bedürfen, wenn alles funktionieren soll; das Seefischkochstudio (Kochvorträge mit anschließendem Mittagessen), kleine Geschäfte, ein Café und nehmen Kenntnis vom "Theater im Fischereihafen". Direkt neben den zahlreichen Fischrestaurants kann man auch eine Rundfahrt im Fischereihafen buchen. Hier ein Rundum-Blick ins "Schaufenster".

Container-Hafen-Rundfahrt


Nicht weit weg vom Deutschen Schiffahrtmuseum und dem U-Boot befindet sich eine Anlegestelle für Hafenrundfahrten. Da das Boot schon voll ist, gehen wir Richtung Westen, an der Baustelle für ein touristisches Großprojekt vorbei, bis zur Weser, wo ein Ausflugsschiff liegt. Hier starten die Containerhafen-Rundfahrten. Wer die weltgrößten Containerschiffe sehen will, braucht ein wenig Glück, doch vielleicht liegt ja das zweitgrößte Containerschiff der Welt am Kai und lädt oder entlädt gerade hunderte von Containern .

Wir kommen an einem kuriosen Dick-Schiff vorbei: Es landet, gerade aus China kommend, zwei der riesigen Container-Ladekräne an, die festgeschweißt auf Deck stehen und nun mittels Schweißbrenner gelöst und (womit wohl?) an Land gehievt werden müssen, um eine Erweiterung der Kapazität des Containerhafens zu ermöglichen.